Charlottenhall - Aktuell

Wir wollen, dass es die Patienten hier wie zu Hause haben!

 
„Wir von Charlottenhall“: Abteilung Betreuung/Pädagogik

 

Spielen oder Basteln, Schwimmen, Fußball oder ein Kickerturnier, ein Ausflug zum Rhönräuberpark, den Wald erkunden... in der Kinderbetreuung der Kinder- und Jugendrehaklinik Charlottehall kann man jeden Tag etwas Neues erleben. Dafür sorgen die Pädagogen und Betreuer, die mit viel Zuwendung auf die Kleinen und Großen eingehen. Hier werden die Kinder entsprechend ihrem Alter betreut. Unsere Mitarbeiterinnen Maria Reum, Beate Köhler und Madeleine Kube berichten in diesem Interview über ihre vielfältige Arbeit als Kinderbetreuerinnen.

 

Beschreiben Sie uns bitte Ihr Aufgabengebiet im Team der Pädagogen und Erzieher hier in Charlottenhall.

Maria Reum: „Ich arbeite in einer Tagesgruppe. Zu mir kommen Kinder von 0 bis 5 Jahren, die mit einer Begleitperson in Chartlottenhall sind. Während die Begleitpersonen, also Mutti oder Vati, eigene Behandlungen und Therapien haben, betreuen wir die Kinder. Unsere Tagesgruppe ist einmal geöffnet von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr. Dann werden die Kinder von den Eltern abgeholt und essen gemeinsam mit ihnen zu Mittag. Und am Nachmittag können die Eltern, wenn sie weitere Anwendungen haben oder nochmal eine Betreuung benötigen, die Kinder wieder zu uns bringen. Der Tagesablauf ist im Prinzip in etwa vergleichbar mit einem Hort oder einem Kindergarten. Wir haben hier einen Morgenkreis, eine Obstpause, wir haben Freispiel-Angebote, Bastel-Projekte, und in dieser Zeit versuchen wir, die Kinder zu beobachten und dann entsprechend anzuleiten. Denn wir haben hier in Charlottenhall Kinder mit verschiedenen Erkrankungen und Indikationen. Und da ist es meine Aufgabe, die Kinder anzuleiten im Hinblick auf Fragen und Situationen der sozialen Kommunikation und Interaktion, meint: Wie spiele ich zusammen? Wie halte ich mich an Regeln? Wie setze ich mich durch? Wie gehe ich mit Streit um? Und wir üben also das Zusammenleben wie in einem normalen Kindergarten auch.“

 

Madeleine Kube: „In meiner Gruppe sind Altersbereich und Indikationen auch sehr breit gefächert. Wir betreuen Kinder von 9 bis 16 Jahren. Und da ist es natürlich eine Herausforderung z.B. in der Freizeitgestaltung allen gleichermaßen gerecht zu werden, die Interessen abzudecken. Ein 16-jähriges Mädchen möchte ja nicht das Gleiche basteln wie ein 9-jähriger Junge. In der ersten Woche, also in der Ankommen-Phase ist es immer eine ganz schöne Achterbahnfahrt. Es ist alles neu für die Kinder, diese Reha ohne die Eltern zu erleben, selbständiger zu werden. Dinge, über die sie sonst mit den Eltern gesprochen hätten, müssen sie nun mit einer quasi fremden Person klären. Viele Kinder entdecken sich in dieser Zeit völlig neu. Und für uns ist es natürlich die Herausforderung, dass sie Vertrauen zu uns aufbauen.“ 

 

Beate Köhler: „Natürlich ist das am Anfang nicht immer einfach. Selbst bei den Größeren gibt es zu Beginn noch Heimweh. Ich fahre da immer ganz gut mit meiner ,Mama-Schiene‘. Ich sage dann ,Komm, ich nehme dich auch mal in den Arm.‘ Da kommt mir meine lange Berufserfahrung zu Gute. Ich spüre mittlerweile, was die Kinder in einer bestimmten Situation gerade brauchen. Manchmal müssen gerade die Jugendlichen einfach nur ein Stück weit an die Hand genommen werden und ihre eigenen Erfahrungen machen. Für uns in der Orthopädie kommt noch die Herausforderung hinzu, die Kinder immer wieder zu motivieren. Denn natürlich ist bei schmerzhaften Therapien oder beim Tragen eines Korsetts bei einer Wirbelsäulen-Erkrankung auch immer wieder Motivation notwendig. In diesem Alter ist die Motivationsgrenze oft noch nicht so hoch. Und wir wollen diese steigern. Wir zeigen den Kindern immer wieder ihr Reha-Ziel auf, warum sie eigentlich hier sind: Für ein Leben ohne Schmerzen oder für einen geraden Rücken.“

 

 

Beate Köhler, Maria Reum und Madeleine Kube (v. links) betreuen unsere Reha-Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen. In diesem Interview verraten sie uns, welche Aufgaben sie hier tagtäglich übernehmen, was das Besondere an ihrer Arbeit ist und warum sie so gerne in Charlottenhall arbeiten.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit in Charlottenhall besonders?

 

Maria Reum: „Zu allererst kann ich da ganz klar die Kollegen nennen. Ich komme wirklich gerne hierher. Am Anfang habe ich noch in Bad Salzungen gewohnt. Jetzt wohne ich außerhalb und habe jeden Tag eine Fahrstrecke zu bewältigen. Und trotzdem fahre ich gerne zur Arbeit. Die Arbeit mit den Kindern ist anders als in einem normalen Kindergarten schon wegen des begrenzten Zeitraums, den die Kinder hier sind. Man sieht einfach, welche Sprünge die Kinder innerhalb der vier bis sechs Wochen machen und wie dankbar die Eltern teilweise sind. Wir erhalten viel positive Rückmeldung, was bei den Kindern durch unsere Arbeit auch in der sozialen Entwicklung erreicht wurde. Manches Kind ist am Reha-Ende viel offener und zugänglicher geworden, ein anderer kann sich besser konzentrieren oder der Umgang mit den Geschwistern zuhause klappt wieder besser. Und das ist natürlich sehr zufriedenstellend, wenn man sieht, dass man mit seiner Arbeit etwas erreicht hat.“

 

Madeleine Kube: „Frau Reum hat es ja gerade schon gesagt, die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist hier einfach super. Ich finde es auch toll, dass es in unserer Arbeit jeden Tag eine neue Herausforderung gibt.“

 

Beate Köhler: „Für mich spielt natürlich die Heimatnähe eine große Rolle. Ich kann zu Fuß zur Arbeit gehen. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Ich bin einfach ein Familienmensch und das versuche ich auch mit hierher zu bringen. Ich will, dass es die Kinder hier auch wie zu Hause haben, dass wir uns alle zusammen wohl fühlen und das gelingt in Charlottenhall sehr gut.“