Charlottenhall - Aktuell

Kinder- & Jugend-Reha zum Deutschen Reha-Tag 2019

 

Deutsche Reha-Tag 2019 -
Gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je 

 

Ganz im Zeichen der Reha für Kinder und Jugendliche steht der Deutsche Reha-Tag 2019. Dazu veranstalten bundesweit viele Reha-Einrichtungen in der Zeit rund um den vierten Samstag im September einen Aktions- und Informationstag mit Vorträgen, Klinikführungen und weiteren Programmpunkten. Organisiert wird der Deutsche Reha-Tag jährlich vom gleichnamigen Aktionsbündnis aus Leistungserbringer- und Leistungsträgerorganisationen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. 

Am 23.09.2019 fand die Auftaktveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis Kinder- und Jugendreha“, für den Deutschen Reha-Tag 2019 bei uns im Haus statt, ein Tag der gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je für uns und unsere Kinder ist. Unter dem Motto „Kinder und Jugend-Reha“ wurde auch vermehrt der diesjährige Reha-Tag in der Öffentlichkeit publiziert. 
 

In den letzten Jahren ist die Reha eher für Erwachsene wahrgenommen worden. Jedoch benötigen oft auch chronisch kranke Kinder eine solche Behandlung. Sei es wegen psychosomatischen Erkrankungen, wie ADHS, chronische Atemwegserkrankungen, wie Asthma oder auch krankhaftes Unter- oder Übergewicht.
Es gibt viele chronische Krankheiten, welche durch eine Kinder- und Jugendreha verbessert werden können. Hierbei ist es aber wichtig zu wissen, wo man sich hinwenden und die erforderliche Hilfe beanspruchen kann. Dies war noch vor 2017 eher schwierig. Zudem kommt noch hinzu, dass viele Eltern sich gar nicht trauen, die benötigte Hilfe in Anspruch zu nehmen beziehungsweise nach einer Rehabilitation beim Leistungsträger (Deutsche Rentenversicherung, Krankenkasse) oder beim behandelnden Arzt zu fragen.

Charlottenhall bei WISO-Tipp in der ZDF-Mediathek

Über die Beantragung der Reha für Kinder, hat die ZDF-Mediathek ein informatives Video über uns bereitgestellt:
Zum Video in der ZDF-Mediathek

 

zum Flyer mit Inhalten und dem Ablauf

 

Mehr Informationen für die Öffentlichkeit

Am deutschen Reha-Tag 2019 war vor allem wichtig, die notwendigen Informationen in die Öffentlichkeit zu geben. Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer der Klinik Peter Schmitz, einer Videobotschaft der Schirmherrin Susann Rüthrich, Vorsitzende der Kinderkommission im Deutschen Bundestag und einem Grußwort von Alwin Baumann, Sprecher des „Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V.“, erwarteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Fachvorträge und eine Klinikführung.

In den verschiedenen Präsentationen in unserem Hause, wurde an diesem Tag die nachhaltige Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen, sowie auch die gesundheitliche Situation im allgemeinen für Kinder und Jugendliche besprochen. Außerdem wurde das Engagement der Deutschen Rentenversicherung für die Kinder- und Jugend-Reha vorgestellt.

 

Alle Fachvorträge im Überblick: 

Thema: Die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Dr. Benjamin Kuntz vom Robert-Koch-Institut präsentierte in seinem Vortrag zur „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS)“ aktuelle Zahlen zur gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.  Dr. Kuntz war auch in der Pressekonferenz vor der Auftaktveranstaltung  zugegen und konnte so den anwesenden Pressevertretern noch wichtige Fakten zur Lage der Kinder-und Jugendgesundheit präsentieren.  

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Thema: Erwartungen an die Kinder- und Jugendreha am Beispiel orthopädischer Erkrankungen (insbesondere Skoliose) 

Welche Erwartungen an die Kinder- und Jugendreha am Beispiel orthopädischer Erkrankungen (insbesondere Skoliose) gestellt werden können, erläuterte im Anschluss Dr. Stefan Wilke, Facharzt für Kinderorthopädie.  Herr Dr. Wilke betonte nochmal, wie essentiell die Rehabilitation in der Behandlungskette bei chronisch kranken Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit orthopädischen Erkrankungen, ist. 

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Thema: das Engagement der Deutschen Rentenversicherung für Kinder- und Jugendreha

Franziska Ziebura von der DRV Bund, stellte das Engagement der Deutschen Rentenversicherung für Kinder- und Jugend-Reha vor. Frau Ziebura ging auch nochmal detailliert auf die Veränderungen des Flexirentengesetztes und auf die daraus resultierenden Anforderungen für die Rehabilitationskliniken und Leistungsträger ein. Eine besonders wichtige Änderung ist der Wandel der Rehabilitation für Kinder und Jugendliche als Ermessensleistung hin zur Pflichtleistung durch die Rentenversicherungsträger. Frau Ziebura wies auch nochmal daraufhin, dass die Unterbringung von Begleitperson, sowie der Verdienstausfall für mitreisende Eltern von der Rentenversicherung getragen wird.

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Thema: Das Vorgehen bei der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit psychosomatischen Erkrankungen

Dr. Ines Wolfram-Patjens vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (BKJPP) stellte in ihrem Vortrag das Vorgehen bei der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit psychosomatischen Erkrankungen dar. Sie informierte wie Psychische Störungen entstehen und in welchem Umfang die Rehabilitation Betroffene unterstützen kann.  

Thema: Nachhaltige Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

Wie sich die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestalten lässt, zeigte Frau Antje Schiebel die leitende Chefärztin der Klinik Charlottenhall, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie anschließend in ihrem Vortrag auf. Frau Schiebel wies deutlich auf Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung von psychischen Störungen in der stationären Rehabilitation hin und legte dar, wie diese Behandlung nachhaltig ihre Wirkung behält.

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Mehr Möglichkeiten durch das Flexirentengesetz

Alwin Baumann, Sprecher des „Bündnisses Kinder- und Jugend-Reha“, erklärte die Neuerungen, die durch das Flexirentengesetz seit 14. Dezember 2016 in erster Linie für den Anstieg verantwortlich sind. Diese habe unter anderem die Möglichkeit für Eltern verbessert, ihre Kinder in die Reha-Klinik begleiten zu können. Bis zum Alter von zwölf Jahren, darf ein Elternteil das Kind begleiten und bekommt hierbei Unterstützung von der Rentenkasse. Diese übernimmt nämlich den Verdienstausfall, bezahlt die Verpflegung, sowie die Fahrt und Unterkunft. Wer nicht Rentenversichert ist, der kann den Antrag auch bei der Krankenkasse einreichen. Baumann zufolge hat allein die Deutsche Rentenversicherung 2018 rund 40000 Anträge bewilligt, davon haben knapp 33000 Kinder und Jugendliche eine stationäre Reha angetreten. Dies seien zehn Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. 

Nach Schätzungen des Bündnisses sind in Deutschland etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen chronisch krank. Allerdings sind nur etwa 2 Prozent in einer medizinischen Rehabilitation. Grund hierfür wird in einem Informationsdefizit gesehen. Dies betrifft aber nicht nur die Eltern, sondern auch verordnende Ärzte, welche häufig Kinder in einer Eltern-Kind-Kur unterbringen, anstatt in einer Kinder- und Jugend-Reha.

In Deutschland selbst gibt es nach Angaben des Bündnisses 50 auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Rehabilitationskliniken. Dabei sind wir in Charlottenhall eine von drei Kinder- und Jugend-Reha Einrichtungen, welche ihren Sitz in Thüringen haben. 

Kinder- und Jugend-Reha statt Eltern-Kind-Kur

Wir sind froh über so viel Anteilnahme auch vonseiten der Presse, denn nur wenn wir die Informationspflicht aufrecht erhalten und solche Themen öffentlich machen, können wir Eltern die Scheu nehmen und so den Aufschwung innerhalb der Kinder- und Jugend-Reha beibehalten beziehungsweise steigern.


Quellenangabe: 
Übersichtsvortrag_Rehatag_Bad_Salzungen_23.09.19 von Hr. Kuntz (KiGGS)
FreiesWort_25.09.19_Artikel.pdf
Kinder_können_wieder_öfter_zur_Kur_FreiesWort24.09.19.pdf