Charlottenhall - Aktuell

Conrad erzählt über sich und seine Reha bei uns

 

Reh ... haa ... was?

 

„Ich habe eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Die heißt Skoliose. Ärzte und Therapeuten zeigen mir hier in der Rehabilitationsklinik Charlottenhall in Thüringen, wie ich meinen Rücken stark mache. Das ist so ein bisschen wie in der Kur. Nur dass ich nach dem Frühstück und Mittag auch noch eine Stunde Schule habe“, erzählt Conrad und meint: „Zeit für meine Lieblingsmusik bleibt trotzdem.“

 

Jeden Morgen bekommt Conrad einen Plan, was wann wo stattfindet. Die meiste Zeit verbringt er mit allem, was seinem Rücken hilft. Dazu gehört auch, dass Dr. med. Juliane Markert seinen Rücken regelmäßig kontrolliert, um die Reha-Zeit optimal zu nutzen. Die Medizinerin erklärt: „Conrads Wirbelsäule hat eine seitliche Verbiegung und Verdrehung, die wie ein S aussieht. Das kann gefährlich werden. Innere Organe wie die Lunge können gequetscht werden und das Atmen beeinträchtigen.“ Mit dem  Scoliometer misst sie, wie groß die Verkrümmung ist.

Damit die Skoliose, während Conrad wächst, nicht schlimmer wird, trägt er ein Korsett. „Das Korsettmuster habe ich mir selbst ausgesucht“, berichtet er begeistert. Dr. Markert erklärt: „Es funktioniert wie eine Zahnspange. Jeweils entgegengesetzt zur Verkrümmung von Conrads Rücken ist es höher, damit ein Gegendruck entsteht und die Wirbelsäule sozusagen in die richtige Richtung ‚gezogen‘ wird.“

 

Superwichtig ist, dass Conrad seinen Rücken mit Übungen stark macht. Als Erstes steht Atemtraining auf dem Plan. Zusammen mit Reha-Freundin Amy trainiert er seine Bauchatmung. Statt einer Pause geht es weiter mit Walking. „Toll ist, dass meine Mama mitlaufen darf. Und auch, dass sie die ganze Zeit dabei ist. So vermisse ich meinen kleinen Bruder und meinen Papa nicht ganz so doll.“

 

Nach dem Mittagessen und einer kleinen Musikpause steht „Schroth-Therapie“ auf dem Programm. Conrad lernt, wie er beim alltäglichen Gehen Spannung hält und auf eine gerade Haltung achtet. Im Übungsraum hängen überall Spiegel. „Wir machen die Übungen hier immer mit freiem Oberkörper. So kann ich selber sehen, wie krumm oder aufrecht ich gehe“, erzählt Conrad. „Das hilft mir total.“ Dr. Markert ist superzufrieden: „Conrads Wirbelsäule ist schon viel gerader geworden. Wenn alles gut klappt, schaffen wir es, die Verkrümmung zu stoppen.“

 

Quelle : AOK-Kindermagazin jojo – Ausgabe 1/2019
Text: Frauke C. Müller