Indikation

Diagnostik

Orthopädische Erkrankungen

Die medizinische Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates hat einen hohen Stellenwert. Pathologische Skelettveränderungen können während der Wachstumsphase eine erhebliche Progredienz aufweisen. Die Prognose der Erkrankung wird hiermit entscheidend mitbestimmt. Die Progredienz der Erkrankung kann in der Wachstumsphase bei einer früh einsetzenden intensiven Behandlung und Weiterführung geeigneter Übungen meist deutlich reduziert werden. Während der stationären Rehabilitation werden dem Kind/Jugendlichen und ggf. den Eltern/Bezugspersonen Kenntnisse über die Art der Erkrankung, deren mögliche Folgen und die indizierten Behandlungsstrategien vermittelt. Im Vordergrund steht die Förderung der Motivation für die Durchführung krankengymnastischer Übungen in Eigenregie, da diese entscheidend für die Langzeitprognose der Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane ist.

Therapie


Therapieformen

Physiotherapeutische Behandlungen

Physiotherapeutische Anwendungen bilden den Schwerpunkt in der Behandlung von Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen. Neben der physikalischen Therapie von Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane spielt die Krankengymnastik eine herausragende Rolle.

  • Die krankengymnastischen Übungen werden entsprechend der Indikation im Rahmen von Gruppen- oder Einzelgymnastik durchgeführt und können im Wasser oder im Trockenen stattfinden
  • Besonderen Wert wird auf gezieltes differentialtherapeutisches Vorgehen gelegt, dass auch nach Dauer und Frequenz dem Krankheitsbild angepasst wird

Krankengymnastik

Je nach Krankheitsbild kommen verschiedene Krankengymnastikformen zur Anwendung:

  • Skoliosenbehandlung nach Katharina Schroth
  • allgemeine Rückenschule
  • Bobath-Therapie
  • isometrisches Muskeltraining
  • Gelenkmobilisation
  • Gelenkentlastung, Traktion usw.

Balneo-physikalische Therapie

Alle Formen der balneo-physikalischen Therapie können neben der Krankengymnastik zusätzlich Anwendung finden. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Muskelmassagen
  • Bindegewebsmassagen
  • alle Formen der Hydrotherapie (Bäder, Packungen, Güsse) in Verbindung mit Wärme- und Kältetherapie
  • Elektrotherapie (Reizstrom, Iontophorese, Ultraschall einschließlich Phonophorese)

Sporttherapie

Die Sporttherapie als ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt in der Rehabilitation, achtet auf indikationsgeeignete Sportarten, um eine Fehl- oder Überlastung von Wirbelsäule bzw. Gelenken zu vermeiden und zudem den jeweiligen Vorlieben des Kindes oder Jugendlichen gerecht zu werden.
In möglichst altershomogenen Gruppen bieten wir folgende Sportarten an:

  • Schwimmen
  • Fahrradfahren
  • Joggen und Walking
  • verschiedene Ballspiele

Psychologische Betreuung

Psychologische Betreuung im Rahmen der Krankheitsbewältigung wird angeboten.
Unsere Aufgabe ist es, zu Beginn der Rehabilitation bzw. in deren Verlauf psychische und soziale Belastungen der Kinder bzw. Jugendlichen zu erkennen und entsprechende Hilfen anzubieten.
Psychologische Mitbetreuung ist insbesondere dann notwendig, wenn sich folgende Probleme bei der Krankheitsbewältigung zeigen:

  • emotionale Störungen wie Angst und Depressivität
  • Tendenz zu sozialem Rückzug
  • inadäquate Krankheitsakzeptanz z.B. im Rahmen ungenügender Schmerzbewältigung bzw. ungenügender Akzeptanz orthopädischer Hilfsmittel (z.B. Korsett, Schiene, Einlagen)
  • sonstige psychische Beeinträchtigungen, die die allgemeine Leistungsfähigkeit oder die psychische Stabilität beeinflussen

Entsprechend der Indikation kann die psychologische Betreuung als Einzel- oder Gruppenbehandlung stattfinden.

 

Therapieziele

Im einzelnen verfolgt unsere Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane folgende Ziele:

  • Schaffung einer optimalen Behandlungsvoraussetzung durch Aktualisierung der Diagnostik unter Berücksichtigung der Vorbefunde
  • Rückbildung von Krankheitserscheinungen und langfristige Stabilisierung des Krankheitsbildes
  • Verbesserung von funktionsbezogenen Parametern wie Haltung (Statik, Beweglichkeit, Muskelkraft, Koordination, Mobilität) und Ausdauer
  • Kompensation von Funktionsstörungen (einschließlich hämodynamischer und raspiorischer Art) in Folge Fehlstatik, muskulärer Insuffizienz oder entzündlich-rheumatischer Krankheiten
  • Erlangen maximaler Selbstständigkeit in der Krankheitsbewältigung (medikamentöse, physikalische, ggf. orthopädische und psychologische Betreuung)
  • Verbesserung der Lebensqualität durch Förderung von physischer und psychischer Belastbarkeit, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen
  • Optimierung der Voraussetzungen für einen günstigen Krankheitsverlauf durch verbesserte Krankheitsbewältigung (psychologische Mitbetreuung)

Nachsorge

Ein Muss, nach der Therapie!

Für einen Langzeiteffekt der stationären Rehabilitationsmaßnahme ist es unumgänglich, zum Einen die Eltern über stattgefundene Therapiemaßnahmen zu unterrichten, um häusliches Training in Eigenregie zu unterstützen. Zum Anderen ist eine schnelle Unterrichtung des Hausarztes über die während der Rehabilitationsbehandlung stattgefundenen Therapieformen und die erreichten Rehabilitationsergebnisse erforderlich.

Dies erfolgt in Abschlussgesprächen und im Entlassungsbericht an den einweisenden Arzt und es werden unsererseits Empfehlungen für weiterzuführende therapeutische Maßnahmen mitgeteilt.