Indikation

Diagnostik

Harninkontinenz und Enuresis

Bei der Enuresis handelt es sich um eine Störung mit unwillkürlicher Urinabgabe bei Tag oder in der Nacht. Die mangelnde Blasenkontrolle ist dabei nicht Folge einer neurologischen Erkrankung, einer Epilepsie oder einer strukturellen Anomalie der ableitenden Harnwege.

Die Enuresis kann von Geburt an bestehen (primäre Enuresis) oder nach einer Periode bereits erworbener Blasenkontrolle auftreten (sekundäre Enuresis). Es gibt keine eindeutigen Normen bezüglich des Alters beim Erwerb der Blasenkontrolle. Von einer Enuresis spricht man erst ab einem Alter von 5 Jahren bzw. einem Intelligenzalter von 4 Jahren. Die Enuresis nocturna ist mit 80% die häufigste Form, während eine kombinierte Enuresis diurna und nocturna in ihrer Häufigkeit bei 15% liegt; eher selten ist eine isolierte Enuresis diurna mit ca. 5%.

 

 

Therapie


Therapieformen

Bei der Behandlung der Enuresis kommen verschiedene verhaltenstherapeutische Verfahren zur Anwendung.
Unser Vorgehen wird durch eine differentielle Indikationsstellung bestimmt. Die Kombination verschiedener Behandlungsverfahren ermöglicht therapeutische Flexibilität.

Der Therapieansatz ist das Ergebnis der Abklärung des jeweiligen Bedingungsgefüges der Symptomatik des Kindes.

Wesentliche Therapien und Methoden:

  • apparative Konditionierung (Klingelhose)
  • operante Ansätze zur positiven emotionalen Versärkung (Kalender, Puzzle)
  • Einsatz von materiellen Verstärkern im Rahmen von Verstärkerplänen
  • Blasentraining zur besseren Wahrnehmung der Blasenspannung
  • altersspezifische Erläuterung der anatomisch-physiologischen Vorgänge
  • Einhaltetraining (bewusstes Zurückhalten des Urins)
  • Unterbrechertraining (begonnene Miktion mehrfach unterbrechen)
  • Gruppengesprächstherapie
  • Einzelgesprächstherapie
  • autogenes Training mit formelhafter Vorsatzbildung
  • progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Beckenbodengymnastik
  • Spieltherapie
  • Musiktherapie
  • Elternberatung