Indikation

Diagnostik

Essstörungen

Essstörungen sind schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen und bevorzugt durch die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und zu einem kleinen Teil durch die psychogene Adipositas (Binge-Eating) definiert.

Bei allen Essstörungen spielt die Störung des Essverhaltens die zentrale Rolle mit Überbewertung von Figur und Gewicht. Bei der Anorexie besteht darüber hinaus eine Körperschemastörung. Im Verständnis von Ätiologie und Therapie hat sich ein Wandel vollzogen. Dennoch ist eine prognostisch ungünstige Verzögerung zwischen Krankheits- und Behandlungsbeginn häufig. Die Ursache liegt darin, dass Frühsymptome von Patientinnen und deren Eltern entweder nicht wahrgenommen oder verdrängt werden.

Indikationen

  • Anorexia nervosa (Magersucht) und
  • Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) sowie deren Untergruppen
  • Adipositas psychogener Genese einschließlich Binge-Eating-Disorder (Essanfälle mit Kontrollverlust der Nahrungsaufnahme, ohne eigene gewichtsregulierende Maßnahmen durchzuführen)
  • sonstige Essstörungen, für die eine Zuordnung zu 1 bis 3 nicht möglich ist

Diagnostik

  • Anamnese, Sichtung und Aktualisierung der vorliegenden Befunde
  • ambulantes Vorgespräch; dies erfolgt im Rahmen der in unserer Klinik vorhandenen kassenärztlichen Ermächtigung für die Kinder- & Jugendpsychiatrie
  • Eruierung der typischen Symptome und Verhaltensweisen mit Einschätzung des prämorbiden Gewichtes, der Gewichtsentwicklung sowie der Psychopathologie

Therapie


Therapieziele
  • somatische Rehabilitation und Ernährungstherapie
  • individuelle psychotherapeutische Behandlung
  • Einbeziehung der Familie

Hauptbehandlungsziel ist die Stärkung des Selbstwertgefühls, die Normalisierung des Essverhaltens mit Anhebung des Körpergewichtes.

Der Gewichtszunahme kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Bei Vorliegen von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen im Sinne eines starvationsbedingten Psychosyndroms werden Patienten erst nach Gewichtszunahme psychotherapiefähig. Eine Abstimmung der psychotherapeutischen Elemente soll dem individuellen Charakter entsprechen, wobei verschiedene Elemente kombiniert werden können.
Überwiegend praktiziert wird ein Konzept mit verhaltenstherapeutischer Prägung und dem inhaltlichen Ziel eines kognitiv umstrukturierenden Verhaltens.

weitere Therapieziele sind:

  • Behandlung somatischer Begleitsymptome
  • Verbesserung von Defiziten in der Affektregulation
  • Veränderung dysfunktionaler Gedanken, die zur Aufrechterhaltung der Essstörungen beitragen
  • Verbesserung von begleitenden psychischen Phobien (Depression, Ängste, Zwänge)
  • Abbau einer Körperschemastörung
  • Einbeziehung der Familie zur Bewältigung intrafamiliärer Konflikte und Sicherung des Langzeiterfolges